Wir haben Winter, und auf meinen Wanderungen konnte ich schon vielerorts Teppiche von Vogelmiere entdecken. Kennst du die Bedeutung der Vogelmiere in der Naturheilkunde?

Ich war mal wieder unterwegs und es lag dick Schnee. Am Wegesrand sammelte ein älterer Herr ein grünes Kraut, das sich unter hohem Schnee verbarg. Erfreut über sein Tun fragte ich ihn, wofür er die Vogelmiere brauche. Er sagte, für seine Hühner. Als ich ihm sagte, das Kraut sei für ihn selbst ebenso gut und wichtig, war er überrascht und meinte, ich wolle ihn wohl veralbern…

Vogelmiere ist ein unscheinbares und von vielen Menschen verkanntes Kraut, aber eines mit großem Potential. Diese Heilpflanze wurde bereits von unseren Ahnen, den Kelten und Germanen, genutzt, spielte aber auch in der griechischen Antike eine wichtige Rolle, unter anderem deswegen, weil man sie das ganze Jahr über zur Verfügung hatte.

Genutzt wurde die Stellaria media vor allem als Stärkungsmittel nach auszehrenden Krankheiten, wie z.B. Tuberkulose. Heute dient sie vorrangig zur Abwehrsteigerung bei banalen Erkältungen, bei Bronchitis und Asthma, denn sie wirkt aufgrund des Gehaltes an Saponinen auswurffördernd. Sie kann als Tee, aber auch äußerlich als Umschlag eingesetzt oder einfach als Salat gegessen werden.

Die Vogelmiere ist ein kleines Kraftpaket, da sie 4 x mehr Vitamin C als eine vergleichbare Menge an Zitrone enthält und eine hohe antioxidative Wirkung entfaltet. Vogelmiere greift regulierend in den Histaminspiegel ein, was für Haut und Lunge, aber auch bei Allergien verschiedener Art wichtig ist. Sie steigert die Nierendurchblutung und hilft, Harnsäure auszuscheiden, wodurch sie als Mittel gegen Gicht eingesetzt werden kann. Da sie außer der Niere auch die Leber entgiftet, dient sie traditionell zur Blutreinigung, sie verdünnt also das Blut und unterstützt so die Behandlung von Venenleiden und Hämorrhoiden und chronischen Erkrankungen des Bindegewebes. Ihre Wirkung ist schmerzlindernd und immunregulierend.

Insgesamt enthält die Vogelmiere viele wertvolle Inhalts- und Wirkstoffe, wie Zink, Eisen, Saponine, Kupfer, Cholin, Rutin, Vitamin B6 und B12 und jede Menge Mineralien.

Die Vogelmiere wird kaum in Präparaten genutzt, deshalb sollten wir sie, so wie Mutter Natur sie uns anbietet, verwerten und schätzen. Lernen wir die Kraft und Bedeutung der heimischen Heilkräuter wieder zu entdecken! Sie sind, wie saubere Luft, reines Wasser und Sonnenlicht von unschätzbarem Wert!